was ist osteopathie


Andrew Taylor Still

Osteopathie versteht Gesundheit als eine Fähigkeit

aller Körpersysteme zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes aller Körperfunktionen, ausgehend

von der Annahme, dass der Körper selbst in der

Lage ist, sich selbst zu regulieren (zu heilen). 

Der traditionelle Osteopath widmet sich weniger

den Symptomen, er sucht vielmehr die Ursachen

der Beschwerden und das individuelle Gesundheitspotential in den Patienten, 

um die Autoregulation zu unterstützen.

Die wichtigsten Instrumente der Osteopathischen Medizin sind die Hände des Osteopathen und sein Verständnis für die Wechselwirkungen der verschiedenen Körpersysteme. 

Bildquelle: http://www.loc.gov/pictures/resource/cph.3c11668/

Andrew Taylor Still (1828 – 1917) beschrieb selbst drei wichtige Grundmerkmale, die bis heute die Ecksäulen der Osteopathie darstellen, wie folgt:

 

1. Struktur und Funktion

Unser Körper besteht aus unzähligen Strukturen wie Knochen, Muskeln, Sehnen und Organen, die alle eine Funktion besitzen. 

Ändert sich die Funktion, dann ändert sich auch die Struktur und umgekehrt.

 

Für die Osteopathie ist dieses Prinzip der gegenseitigen Abhängigkeit von Struktur und Funktion wichtig. Denn Funktionsstörungen zeigen sich als beeinträchtigte Bewegungen einer Struktur. Indem der Osteopath die Bewegungen überprüft, kann er eine Funktionsstörung feststellen. Anschließend hilft der Therapeut mit seinen manuellen Techniken der Struktur zu ihren ursprünglichen Bewegungen zurückzufinden. Stimmen die Bewegungen der Struktur wieder, dann kann diese erneut in vollem Umfang funktionieren.

 

2. Untrennbare Einheit

Unser Organismus besteht aus unzähligen Strukturen, die alle miteinander direkt oder indirekt zusammenhängen. Den Zusammenhang stellen die Faszien her, dünne Bindegewebshüllen, die jede Struktur umgeben und gemeinsam eine große Körperfaszie bilden.

Faszien verbinden auch solche Strukturen, die funktionell nichts miteinander zu tun haben. Dies erklärt, warum Ursachen an einer Stelle oft zu Beschwerden in ganz anderen Körperregionen führen. Funktionsstörungen können deshalb immer den gesamten Organismus betreffen.

 Darum behandelt die Osteopathie nie einzelne Beschwerden oder Krankheiten, sondern immer den Patienten in seiner Gesamtheit.

 

3. Selbstheilungskräfte



Gesundheit ist kein Ziel, das wir erreichen, sondern eine Art Gleichgewicht, das unser Körper halten will. Das ist gar nicht so einfach, denn unser Körper ist ständig inneren und äußeren Einflüssen ausgesetzt, die ihn aus diesem Gleichgewicht bringen. Solange unser Körper dieses Gleichgewicht halten kann, sprechen wir von Gesundheit. Geht dieses Gleichgewicht verloren, dann erkranken wir. Doch selbst wenn wir erkranken, gibt unser Körper nicht auf, sondern versucht, wieder gesund zu werden, also ein neues Gleichgewicht herzustellen. 

Meist entstehen Beschwerden oder Erkrankungen, weil eine Bewegungseinschränkung eine Struktur daran hindert, richtig zu funktionieren. Eine solche Funktionsstörung kann früher oder später sogar die Struktur schädigen. Daher wird ein Osteopath immer versuchen, Bewegungseinschränkungen zu lösen. Damit unterstützt er die Selbstheilungskräfte, die dann voll wirken können. Mehr kann ein Osteopath nicht tun. Heilen kann sich unser Körper nur selbst.

 

 

geschichte der osteopathie


 

Der Amerikaner Dr. Andrew Taylor Still (1828 – 1917) begründete Ende des 19. Jahrhunderts die Osteopathie. Auf Grund seiner großen Unzufriedenheit über die Medikamentenverordnung, Aderlässe und anderer fragwürdiger Methoden, wandte er sich von der damaligen etablierten Medizin ab. Still suchte nach einem neuen Verständnis von Gesundheit, von Krankheit, vom menschlichen Körper und von allem, was Bestandteil der Begrifflichkeit Medizin sein sollte.

In Ergänzung zur schulmedizinischen Betrachtungsweise begann er eine neuartige, manuelle Behandlungsmethode zu entwickeln und in seiner klinischen Praxis zu erproben. Im Jahre 1892 gründete er die erste „American School of Osteopathie“.

Bis heute bilden seine grundlegenden Einsichten das Fundament der osteopathischen Medizin.

Einer der bekanntesten Schüler Stills, Dr. Sutherland (1873-1954) erweiterte die Osteopathie um den Craniosacralen Bereich. Er entdeckte und erforschte die Beweglichkeit der Schädelknochen untereinander und die Verbindung zwischen Schädel und Kreuzbein über die Hirn- und Rückenmarkshäute und deren Bedeutung.

Auf seinen und Stills grundlegenden Einsichten und Lehren basiert bis heute das Fundament der osteopathischen Medizin.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird die Osteopathie auch in Europa und Australien gelehrt und praktiziert. Seither wird die Osteopathie beständig erweitert und analog zu den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen weiterentwickelt.

 


Anwendungsgebiete


 

Bevor eine osteopathische Behandlung begonnen wird, ist es manchmal ratsam, eine schulmedizinische Diagnostik voranzustellen. Auch Befunde aus früheren medizinischen Untersuchungen sind hilfreich.

Die Osteopathie ergänzt die klassische Schulmedizin, ersetzt diese aber nicht. Immer mehr Fachärzte arbeiten mittlerweile mit Osteopathen zusammen.

 

Aus rechtlichen Gründen möchten wir auf die Beschreibung von Anwendungsgebieten auf die Verbandsseite, Verband der Osteopathen Deutschland e.V, verweisen: http://www.osteopathie.de 

Es gibt viele Anwendungsgebiete, bei denen eine osteopathische Behandlung sinnvoll ist.

Sprechen Sie uns gerne darauf an.